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E-Scooter: Corona und die Share-Mentalität

Die im letzten Jahr von Kommunen und Städten angeschafften E-Scooter-Flotten hat man nachvollziehbarerweise dort zur Verfügung gestellt, wo eine Vielzahl von Menschen lebt und somit eine erhöhte Nachfrage im Feld des Nahverkehrs besteht. Kurzum: Die E-Roller existieren nicht im luftleeren Raum und der exponentielle Anstieg der Corona-Fälle (COVID 19) hat auch Auswirkungen auf den Umgang sowie die Benutzung jenes städtischen Zweiradbestandes.

Das E-Scooter-Modell lebt von dem Konzept einer permanenten Nutzung durch den Menschen: Kunde 1 fährt mit dem Gerät von A nach B. Kurze Zeit später kreuzt ein neuer Kunde 2 jenen Ort B, an dem einige Zeit zuvor Kunde 1 jenen E-Roller abgestellt hatte, und schwingt sich ebenfalls auf das elektromotorbetreibene Fortbewegungsgerät. Die Fluktuation der auf dieses Fortbewegungsmittel zurückgreifenden Menschen ist sehr hoch. Falls nun ein E-Scooter- oder eine E-Scooter-Nutzerin darunter ist, der oder die gegebenenfalls mit dem Corona-Ereger infiziert ist oder diesen mit sich herumträgt, so besteht die Gefahr, dass sich nachfolgende Nutzer ebenfalls anstecken. Das Virus kann sich bis zu einer Dauer von drei Tagen an Kunststoff- oder Metalloberflächen halten und weitere Infektionen auslösen, wie es das US-amerikanische Gesundheitsinstitut NIH sowie die dortige Behörde für Seuchenschutz CDC mitteilte.

Die E-Scooter so zu nutzen, als geben es eine sich abzeichnende Pandemie nicht, würde dazu beitragen, die Reichweite des Virus weiter zu streuen. Während einige E-Scooter-Anbieter überlegen, ihre Dienstleistung vorübergehend ganz einzustellen, hat das schwedische Unternehmen Voi seinen Kunden dazu geraten, bei der Nutzung der eigenen E-Scotter-Flotte Handschuhe zu tragen. Dies ist also eine Möglichkeit, durch die man auch weiterhin mit den praktischen E-Fahrzeuge in Zeiten der COVID 19-Krise geschwind von A nach B gelangen kann. Zudem beseitigt eine gründliche Desinfektion die Corona-Viren. Bevor man also aufspringt und losfährt, kann man den Lenker zusätzlich noch selbst mit einem Desinfektionsspray und einem Taschentuch reinigen.

Der E-Scooter-Verleiher Lime ist bemüht, die Roller aus seinem Tross öfters und besonders gründlich zu reinigen. Dies kann jedoch überwiegend ausschließlich nachts stattfinden; im schlechtesten Fall bleiben die E-Scooter an Hotspots stundenlang kontaminiert. Wie wir alle sind auch die Mechaniker und Mitarbeiter von Lime dazu angehalten, den geforderten Hygienemaßnahmen (gründliches Händewaschen, Handschuhpflicht) zur Eindämmung des Virus nachzukommen.

Man hat jetzt also zwei Optionen: Wenn man einerseits nicht auf die Nutzung der E-Roller verzichten möchte oder diese unbedingt für die eigene Fortbewegung benötigt, dann sollte man sich mit Handschuhen, Desinfektionsmittel und Taschentüchern ausrüsten. Das Problem am E-Scooter ist diesbezüglich natürlich nicht das Gefährt an sich, sondern letztlich jenes share-Konzept, das sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit erfreut. Andererseits lohnt es sich auch, einmal wirklich darüber nachzudenken, ob man in dieser zunehmend kritischen Phase, in der jeder Bürger und jede Bürgerin dazu angehalten ist, die weitere Verbreitung des Virus zu begrenzen, nicht einfach für die nächsten Wochen auf die Benutzung der E-Scooter verzichten kann.

So kann man immerhin in diesem kleinen Teilbereich des gesellschaftlichen Lebens vielleicht dafür sorgen, dass sich, nachdem die Pandemie abgewendet worden ist, noch viele Menschen an den Elektro-Fahrzeugen freuen können.


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